Zum Inhalt springen
AllesWiki

Finanzen & Steuern

Dispozinsen einfach erklärt

Wie funktionieren Dispozinsen und warum ist der Dispo so teuer? Verständlich erklärt mit Berechnung, Unterschied zur Überziehung und Spartipps.

Aktualisiert: 2026-06-18

Der Dispokredit ist eine der bequemsten, aber auch teuersten Arten, an kurzfristig Geld zu kommen. Fast jedes Girokonto bietet ihn an. Wer ihn versteht, vermeidet unnötig hohe Kosten.

Was ist ein Dispokredit?

Der Dispositionskredit – kurz Dispo – ist ein von der Bank eingeräumter Kreditrahmen auf deinem Girokonto. Du darfst dein Konto bis zu einer bestimmten Grenze ins Minus bringen, ohne vorher fragen zu müssen. Die Bank stellt dir das Geld also flexibel zur Verfügung, und du zahlst nur Zinsen für den tatsächlich genutzten Betrag.

Der Dispo ist gedacht für kurzfristige Engpässe, etwa wenn das Gehalt erst nach einer größeren Ausgabe eingeht. Als Dauerlösung ist er nicht geeignet.

Warum sind Dispozinsen so hoch?

Dispozinsen liegen oft deutlich über den Zinsen für einen klassischen Ratenkredit – nicht selten im zweistelligen Prozentbereich. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Bank trägt das Risiko, dass du den Rahmen jederzeit ausschöpfst.
  • Es gibt keine feste Tilgung und keine Sicherheiten.
  • Der Komfort der ständigen Verfügbarkeit wird mitbezahlt.

Die genaue Höhe legt jede Bank selbst fest, du findest sie in deinen Kontoauszügen oder im Preisaushang.

Wie werden Dispozinsen berechnet?

Dispozinsen werden taggenau auf den überzogenen Betrag berechnet. Die Faustformel lautet:

Zinsen = Sollbetrag × Zinssatz × Tage ÷ 365

Ein Beispiel: Du überziehst dein Konto um 1.000 € bei 11 % Dispozins für 30 Tage. Das ergibt rund 1.000 × 0,11 × 30 ÷ 365 ≈ 9,04 €. Klingt zunächst wenig, summiert sich über Monate aber spürbar. Wie viel dich dein Minus kostet, kannst du mit dem Dispozinsen-Rechner abschätzen.

Überziehungszinsen – noch teurer

Überschreitest du den eingeräumten Dispo-Rahmen, fallen oft zusätzliche Überziehungszinsen (geduldete Überziehung) an. Diese liegen meist noch höher. Außerdem kann die Bank in solchen Fällen Maßnahmen ergreifen, bis hin zur Kündigung des Dispos.

So sparst du Dispozinsen

  • Dispo nur kurzfristig nutzen: Für längere Zeiträume ist ein Ratenkredit fast immer günstiger.
  • Umschulden: Ein dauerhaft genutzter Dispo lässt sich in einen Ratenkredit mit niedrigerem Zins umwandeln.
  • Konto im Blick behalten: Richte Benachrichtigungen ein, bevor das Konto ins Minus rutscht.
  • Notgroschen aufbauen: Eine kleine Rücklage erspart dir das Überziehen.

Häufige Fragen

Ab wann fallen Dispozinsen an? Sobald dein Kontostand ins Minus rutscht, also unter null fällt. Berechnet werden sie taggenau für den überzogenen Betrag.

Ist ein Ratenkredit immer günstiger als der Dispo? Bei längerfristigem Geldbedarf in der Regel ja, weil die Zinsen meist deutlich niedriger sind. Für ein paar Tage Überziehung lohnt sich eine Umschuldung dagegen nicht.

Kann die Bank den Dispo kündigen? Ja. Banken können den Dispo-Rahmen anpassen oder kündigen, etwa wenn sich deine finanzielle Situation verschlechtert. Verlasse dich deshalb nicht dauerhaft darauf.

Passende Rechner

Direkt ausrechnen statt nur nachlesen:

Mehr aus Finanzen & Steuern