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Finanzen & Steuern

Abgeltungsteuer einfach erklärt

Was ist die Abgeltungsteuer und wann fällt sie an? Verständlich erklärt mit Steuersatz, Sparerpauschbetrag, Freistellungsauftrag und Beispielen.

Aktualisiert: 2026-06-18

Wer Geld anlegt und Erträge erzielt, muss in Deutschland in der Regel Steuern darauf zahlen. Das geschieht über die Abgeltungsteuer. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie sie funktioniert. Er ersetzt keine individuelle Steuerberatung.

Was ist die Abgeltungsteuer?

Die Abgeltungsteuer ist eine Steuer auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Der Begriff “abgeltend” bedeutet, dass die Steuerpflicht mit dem Abzug durch die Bank in vielen Fällen erledigt ist – du musst die Erträge dann nicht zwingend zusätzlich in der Steuererklärung angeben.

Banken in Deutschland behalten die Steuer meist automatisch ein und führen sie ans Finanzamt ab. Du bekommst also bereits den Nettobetrag gutgeschrieben.

Wie hoch ist die Abgeltungsteuer?

Der Steuersatz auf Kapitalerträge beträgt grundsätzlich 25 Prozent. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dadurch liegt die tatsächliche Belastung etwas höher. Eine genaue Einschätzung deiner Steuerlast auf einen Ertrag liefert dir der Abgeltungsteuer-Rechner.

Der Sparerpauschbetrag

Ein wichtiger Punkt: Nicht jeder Euro Kapitalertrag wird besteuert. Bis zu einem bestimmten jährlichen Betrag, dem Sparerpauschbetrag, bleiben deine Erträge steuerfrei. Bei Ehepaaren verdoppelt sich dieser Freibetrag.

Damit die Bank diesen Freibetrag berücksichtigt, musst du ihr einen Freistellungsauftrag erteilen. Tust du das nicht, wird die Steuer auch unterhalb des Freibetrags abgezogen – du kannst sie dir dann aber über die Steuererklärung zurückholen.

Ein Beispiel

Du erhältst 600 € Zinsen in einem Jahr und hast einen ausreichenden Freistellungsauftrag erteilt. Liegen deine gesamten Kapitalerträge unter dem Sparerpauschbetrag, bleibt der Betrag steuerfrei. Übersteigst du den Freibetrag, wird nur der darüber liegende Teil besteuert.

Worauf du achten solltest

  • Freistellungsauftrag stellen: So nutzt du deinen Freibetrag direkt und vermeidest unnötigen Steuerabzug.
  • Mehrere Banken: Hast du Konten bei verschiedenen Banken, kannst du den Freibetrag aufteilen – aber insgesamt nicht überschreiten.
  • Verluste verrechnen: Verluste aus Wertpapieren lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen mit Gewinnen verrechnen.
  • Günstigerprüfung: Bei niedrigem Einkommen kann der persönliche Steuersatz vorteilhafter sein. Das prüft das Finanzamt auf Antrag.

Auch bei Aktiengewinnen spielt die Steuer eine Rolle. Wie hoch dein Gewinn vor Steuern ausfällt, zeigt dir der Kursgewinn-Rechner.

Häufige Fragen

Auf welche Erträge fällt die Abgeltungsteuer an? Unter anderem auf Zinsen, Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Die genaue Behandlung kann sich unterscheiden, im Zweifel hilft eine Steuerberatung.

Muss ich Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben? Oft nicht, weil die Bank die Steuer bereits einbehält. In bestimmten Fällen – etwa bei ausländischen Konten oder zur Verlustverrechnung – kann eine Angabe sinnvoll oder nötig sein.

Was bringt ein Freistellungsauftrag? Er sorgt dafür, dass deine Bank den steuerfreien Sparerpauschbetrag berücksichtigt und nicht vorab Steuern abzieht. Ohne ihn musst du dir zu viel gezahlte Steuer später zurückholen.

Passende Rechner

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