Das gerichtliche Mahnverfahren ist ein schneller und günstiger Weg, um eine unbestrittene Geldforderung durchzusetzen, ohne sofort zu klagen. Der Antrag läuft bundesweit über zentrale Mahngerichte, meist online. Diese Anleitung führt dich durch das Verfahren. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.
Schritt 1: Forderung prüfen und beziffern
Stelle sicher, dass deine Forderung fällig und beziffert ist – etwa eine unbezahlte Rechnung. Ermittle den genauen Hauptbetrag, mögliche Verzugszinsen und entstandene Kosten. Die Höhe der Verzugszinsen kannst du mit dem Verzugszinsen-Rechner ermitteln.
Schritt 2: Außergerichtlich mahnen
Bevor du das Gericht einschaltest, ist eine schriftliche Mahnung sinnvoll. Setze dem Schuldner eine klare Zahlungsfrist. Welche Mahngebühren du ansetzen darfst, zeigt der Mahngebühren-Rechner. Oft zahlt der Schuldner schon nach der zweiten Mahnung.
Schritt 3: Antrag online ausfüllen
Den Mahnbescheid beantragst du über das Online-Portal der Mahngerichte. Trage Gläubiger, Schuldner, den Anspruchsgrund und den genauen Betrag ein. Achte auf korrekte Anschriften, denn Fehler führen zu Rückfragen und Verzögerungen.
Schritt 4: Kosten zahlen und einreichen
Für den Antrag fallen Gerichtskosten an, die sich nach der Höhe der Forderung richten. Eine Schätzung liefert der Mahnverfahren-Kosten-Rechner. Nach dem Einreichen stellt das Gericht den Mahnbescheid dem Schuldner zu.
Schritt 5: Reaktion des Schuldners abwarten
Der Schuldner hat zwei Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Widerspricht er, kann das Verfahren in einen normalen Zivilprozess übergehen. Zahlt er nicht und widerspricht auch nicht, kannst du den nächsten Schritt gehen.
Schritt 6: Vollstreckungsbescheid beantragen
Bleibt der Widerspruch aus, beantragst du den Vollstreckungsbescheid. Mit diesem Titel kannst du die Forderung über einen Gerichtsvollzieher vollstrecken lassen. Auch hierfür gilt eine Einspruchsfrist von zwei Wochen.
Tipps
- Halte alle Belege und den Schriftverkehr bereit, falls es doch zum Streit kommt.
- Prüfe vor dem Antrag, ob die Forderung womöglich schon verjährt ist.
- Bei Auslandsbezug oder hohen Streitwerten kann anwaltliche Hilfe sinnvoll sein.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Mahnverfahren? Bei zügiger Bearbeitung und ohne Widerspruch sind es oft nur wenige Wochen bis zum Vollstreckungsbescheid.
Was passiert bei Widerspruch? Dann ist das Mahnverfahren nicht erfolgreich abzuschließen; du kannst das streitige Verfahren vor Gericht fortsetzen.
Brauche ich einen Anwalt? Nein, das Mahnverfahren ist auch ohne Anwalt möglich. Bei einem späteren Prozess kann anwaltliche Hilfe ratsam sein.