Ein Entnahmeplan beantwortet die zentrale Ruhestandsfrage: Wie viel kann ich monatlich entnehmen, und wie lange reicht mein Vermögen? Diese Anleitung zeigt dir, wie du einen tragfähigen Plan aufstellst. Sie ist keine Finanz- oder Steuerberatung, sondern eine Orientierung.
Schritt 1: Vorhandenes Kapital erfassen
Liste dein verfügbares Kapital auf: Depot, Tagesgeld, Festgeld und sonstige liquide Mittel, aus denen du entnehmen willst. Trenne dieses Kapital von Vermögen, das gebunden ist (etwa selbst genutzte Immobilie), damit du eine realistische Entnahmebasis hast.
Schritt 2: Monatlichen Bedarf ermitteln
Berechne, wie viel Geld du monatlich zusätzlich zu Renten und anderen Einnahmen brauchst. Stelle deine Ausgaben den sicheren Einkünften gegenüber; die Lücke deckt der Entnahmeplan. Plane auch unregelmäßige Kosten wie Reisen oder Reparaturen mit ein.
Schritt 3: Entnahmerate und Rendite festlegen
Lege fest, mit welcher erwarteten Rendite dein Restkapital weiter arbeitet und wie hoch die monatliche Entnahme sein soll. Eine höhere Rendite verlängert die Reichweite, ist aber unsicherer. Mit dem Entnahmeplan-Rechner testest du verschiedene Kombinationen aus Kapital, Rendite und Entnahme.
Schritt 4: Reichweite des Kapitals berechnen
Berechne nun, wie lange das Kapital bei deiner Entnahmerate reicht. Der Entnahmeplan-Rechner zeigt dir, ob das Geld bis zum gewünschten Alter trägt oder vorzeitig aufgebraucht ist. Mit dem Zinseszinsrechner verstehst du, wie das verbleibende Kapital weiter verzinst wird.
Schritt 5: Inflation berücksichtigen
Über lange Zeiträume sinkt die Kaufkraft deiner Entnahmen. Rechne deshalb mit der realen statt der nominalen Rendite und plane steigende Entnahmebeträge ein. Der Inflationsrechner und der Realzins-Rechner machen den Kaufkraftverlust sichtbar.
Schritt 6: Plan regelmäßig überprüfen
Märkte und Ausgaben ändern sich, deshalb solltest du den Entnahmeplan mindestens jährlich prüfen. Nach guten Börsenjahren kannst du etwas mehr entnehmen, nach schwachen Phasen eventuell die Entnahme drosseln, um das Kapital zu schonen.
Tipps
- Eine flexible Entnahme (mehr in guten, weniger in schlechten Jahren) schont das Kapital stärker als eine starre Rate.
- Halte einen Liquiditätspuffer für mehrere Jahre vor, damit du in Crash-Phasen nicht zu Tiefstkursen verkaufen musst.
- Rechne lieber konservativ – ein zu optimistischer Plan kann das Geld früher aufbrauchen als gedacht.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich pro Jahr entnehmen? Das hängt von Kapital, Rendite, Inflation und gewünschter Dauer ab. Rechne mehrere Szenarien mit dem Entnahmeplan-Rechner durch.
Was ist die “4-Prozent-Regel”? Eine bekannte Faustregel, nach der jährlich rund 4 % des Startkapitals entnommen werden. Sie ist eine grobe Orientierung und keine Garantie.
Warum ist die Inflation so wichtig? Weil sie die Kaufkraft deiner Entnahmen über Jahrzehnte deutlich senkt – die reale Rendite zählt mehr als die nominale.