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Kurzarbeitergeld einfach erklärt: So funktioniert Kurzarbeit

Kurzarbeitergeld verständlich erklärt: Wann es gezahlt wird, wie hoch es ausfällt und was der Unterschied zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist.

Aktualisiert: 2026-06-18

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten greifen viele Betriebe zur Kurzarbeit, um Entlassungen zu vermeiden. Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet das weniger Arbeit – und weniger Gehalt, das teilweise durch das Kurzarbeitergeld aufgefangen wird. Wie das funktioniert, erklärt dieser Ratgeber allgemein verständlich.

Was ist Kurzarbeit?

Kurzarbeit bedeutet, dass die Arbeitszeit in einem Betrieb vorübergehend reduziert wird, weil weniger Arbeit anfällt – etwa wegen eines Auftragsmangels oder eines unvermeidbaren Ereignisses. Statt Beschäftigte zu entlassen, fahren Unternehmen die Stunden herunter. Den dadurch entstehenden Lohnausfall gleicht die Bundesagentur für Arbeit zu einem Teil aus.

Wann wird Kurzarbeitergeld gezahlt?

Kurzarbeitergeld (KUG) ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung. Es wird gezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind: ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall, betriebliche und persönliche Voraussetzungen sowie die Anzeige der Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit. Die genauen Bedingungen und Bezugsdauern regelt das Sozialgesetzbuch und kann sich – etwa in Krisenzeiten – ändern.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld ersetzt nur einen Teil des ausgefallenen Nettoentgelts. Üblicherweise werden rund 60 Prozent der Nettoentgeltdifferenz ersetzt; für Beschäftigte mit Kind liegt der Satz etwas höher. Maßgeblich ist also nicht das Bruttogehalt, sondern die Differenz beim Netto zwischen normaler und reduzierter Arbeitszeit.

Ein vereinfachtes Beispiel: Fällt durch Kurzarbeit ein Teil des Nettoentgelts weg, bekommst du davon einen prozentualen Anteil als Kurzarbeitergeld zurück – den Rest des Ausfalls trägst du selbst. Die Größenordnung schätzt du mit dem Kurzarbeitergeld-Rechner. Das Ergebnis ist eine Orientierung und ersetzt keine verbindliche Berechnung der Agentur für Arbeit.

Was bedeutet das fürs Gehalt?

Wenn du etwa zur Hälfte arbeitest, bekommst du für die geleisteten Stunden dein normales Gehalt und für den Ausfall anteilig Kurzarbeitergeld. Unterm Strich liegt das Einkommen also unter dem normalen Niveau, aber deutlich über null. Um deine reguläre Bezahlung pro Stunde als Vergleichsgröße zu kennen, hilft der Netto-Stundenlohn-Rechner.

Abgrenzung zur Lohnfortzahlung

Häufig wird Kurzarbeitergeld mit der Lohnfortzahlung verwechselt. Beides hat aber nichts miteinander zu tun: Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sichert dir bei Krankheit für einen begrenzten Zeitraum dein volles Gehalt – unabhängig von Kurzarbeit. Wie lange diese Fortzahlung gilt und wie sie sich berechnet, erfährst du beim Lohnfortzahlungs-Rechner. Kurzarbeitergeld dagegen betrifft den betrieblich bedingten Arbeitsausfall.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent vom Gehalt bekomme ich bei Kurzarbeit? Das Kurzarbeitergeld ersetzt üblicherweise rund 60 Prozent der ausgefallenen Nettoentgeltdifferenz, mit Kind etwas mehr. Für tatsächlich geleistete Stunden erhältst du daneben dein normales Entgelt.

Muss ich Kurzarbeit akzeptieren? Kurzarbeit muss eine rechtliche Grundlage haben, etwa im Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder durch deine Zustimmung. Ob und wie sie in deinem Fall eingeführt werden darf, hängt von diesen Grundlagen ab.

Ist Kurzarbeitergeld dasselbe wie Lohnfortzahlung? Nein. Kurzarbeitergeld gleicht betrieblich bedingten Arbeitsausfall aus, die Lohnfortzahlung sichert das Gehalt bei Krankheit. Es sind zwei völlig getrennte Regelungen.

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