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Freelancer-Stundensatz kalkulieren: So findest du deinen richtigen Preis

Freelancer-Stundensatz berechnen: Warum dein Honorar viel höher sein muss als ein Angestelltenlohn und wie du Kosten, Steuern und Ausfallzeiten einkalkulierst.

Aktualisiert: 2026-06-18

Der häufigste Fehler von Einsteigern in die Selbstständigkeit: Sie orientieren sich beim Stundensatz an ihrem früheren Angestelltengehalt. Das geht fast immer schief, weil ein Freelancer-Honorar viel mehr abdecken muss als der Nettolohn eines Angestellten. Dieser Ratgeber zeigt, wie du realistisch kalkulierst.

Warum ein Angestelltenlohn als Maßstab nicht reicht

Wer angestellt ist und 20 € pro Stunde verdient, denkt vielleicht: „Als Freelancer nehme ich eben 25 € – das ist mehr.” Ein teurer Irrtum. Denn als Selbstständiger trägst du alle Kosten selbst, die beim Angestellten der Arbeitgeber übernimmt: Sozialversicherung, Urlaub, Krankheitstage, Steuern, Büro, Software und Versicherungen. Außerdem kannst du nicht jede bezahlte Stunde tatsächlich abrechnen.

Die abrechenbaren Stunden sind der Knackpunkt

Ein angestelltes Vollzeitjahr hat rund 2.080 Arbeitsstunden. Bei Selbstständigen ist davon nur ein Teil fakturierbar, also direkt an Kunden verkaufbar. Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung, Urlaub und Krankheit fressen einen erheblichen Anteil. Realistisch sind oft nur 50 bis 70 Prozent der Jahresarbeitszeit verkaufbar – der Rest muss über die abrechenbaren Stunden mitfinanziert werden.

Genau diese Logik bildet der Freelancer-Stundensatz-Rechner ab: Er rechnet dein gewünschtes Jahreseinkommen plus Kosten auf die tatsächlich abrechenbaren Stunden hoch.

Die Kalkulation Schritt für Schritt

So gehst du grob vor:

  1. Zielgehalt festlegen: Was möchtest du im Jahr verdienen (vor Steuern)?
  2. Betriebskosten addieren: Büro, Software, Versicherungen, Geräte, Fortbildung.
  3. Altersvorsorge und Sozialversicherung einplanen: als Selbstständiger trägst du diese selbst.
  4. Steuerpuffer berücksichtigen: Einkommensteuer und gegebenenfalls Umsatzsteuer.
  5. Durch abrechenbare Stunden teilen: nicht durch die gesamte Arbeitszeit.

Stundensatz = (Zielgehalt + Kosten + Vorsorge) ÷ abrechenbare Jahresstunden

Das Ergebnis liegt fast immer deutlich höher, als Einsteiger erwarten. Den reinen Brutto-Aufschlag inklusive Pufferpositionen kannst du zusätzlich mit dem Brutto-Stundensatz-Rechner durchspielen.

Markt und Wert im Blick behalten

Die Kalkulation liefert die Untergrenze – darunter arbeitest du auf Dauer drauf. Nach oben begrenzen Markt und wahrgenommener Wert deinen Preis. Spezialwissen, Erfahrung und nachweisbare Ergebnisse rechtfertigen höhere Sätze. Wer den eigenen Wert mit einem Angestelltenlohn vergleichen möchte, kann den Stundenlohn-Rechner als Referenz nutzen – aber immer im Bewusstsein, dass beide Welten nicht direkt vergleichbar sind.

Häufige Fragen

Warum ist ein Freelancer-Stundensatz so viel höher als ein Stundenlohn? Weil das Honorar zusätzlich Sozialversicherung, Steuern, Urlaub, Krankheit, Betriebskosten und nicht abrechenbare Zeiten abdecken muss, die beim Angestellten der Arbeitgeber trägt.

Wie viele Stunden im Jahr kann ich realistisch abrechnen? Oft nur 50 bis 70 Prozent der Arbeitszeit, weil Akquise, Verwaltung, Urlaub und Krankheit nicht fakturierbar sind. Dieser Anteil ist individuell und nur eine Schätzung.

Sollte ich meinen Stundensatz öffentlich nennen? Das hängt von deiner Branche ab. Wichtig ist, dass du deine Untergrenze kennst und nicht darunter gehst – unabhängig davon, wie du den Preis kommunizierst.

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