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Beruf & Gehalt · Anleitung

Freelancer-Stundensatz kalkulieren in 6 Schritten

Stundensatz als Freelancer richtig kalkulieren: Lebenshaltung, Kosten, Steuern und unbezahlte Zeiten einrechnen und so einen profitablen Preis bestimmen.

Aktualisiert: 2026-06-18

In 6 Schritten

  1. 1 Gewünschtes Jahresnettoeinkommen festlegen
  2. 2 Betriebskosten erfassen
  3. 3 Steuern und Vorsorge einplanen
  4. 4 Verrechenbare Stunden schätzen
  5. 5 Stundensatz berechnen
  6. 6 Mit dem Markt abgleichen

Viele Selbstständige setzen ihren Stundensatz zu niedrig an, weil sie nur das Angestelltengehalt im Kopf haben. Als Freelancer trägst du jedoch Kosten, Steuern, Vorsorge und unbezahlte Zeiten selbst. Diese Anleitung zeigt dir, wie du einen Stundensatz kalkulierst, von dem du wirklich leben kannst. Du brauchst dafür eine ehrliche Übersicht deiner Kosten und deines Einkommensziels.

Schritt 1: Gewünschtes Jahresnettoeinkommen festlegen

Überlege, wie viel Geld dir am Ende des Jahres zum Leben bleiben soll. Das ist dein Ausgangspunkt. Denk an Miete, Lebenshaltung, Rücklagen und Puffer für magere Monate. Dieses Netto-Ziel ist die Basis, auf die alle weiteren Kosten aufgeschlagen werden.

Schritt 2: Betriebskosten erfassen

Liste alle laufenden Kosten auf: Büro, Software, Hardware, Versicherungen, Weiterbildung, Fahrtkosten und Marketing. Diese Ausgaben musst du über deinen Stundensatz wieder einspielen. Auch unregelmäßige Anschaffungen solltest du auf das Jahr umlegen.

Schritt 3: Steuern und Vorsorge einplanen

Als Selbstständiger zahlst du Einkommensteuer und oft Beiträge zur Kranken- und Altersvorsorge selbst. Plane dafür einen deutlichen Anteil ein. Die genaue Höhe hängt vom Einzelfall ab – das hier ist nur eine grobe Orientierung und keine Steuerberatung.

Schritt 4: Verrechenbare Stunden schätzen

Nicht jede Arbeitsstunde ist bezahlbar. Akquise, Buchhaltung, Urlaub und Krankheit sind unbezahlt. Realistisch sind oft deutlich weniger fakturierbare Stunden, als ein Vollzeitjob hätte. Schätze konservativ, sonst rechnest du dich arm.

Schritt 5: Stundensatz berechnen

Teile die Summe aus Netto-Ziel, Kosten, Steuern und Vorsorge durch deine verrechenbaren Stunden. So entsteht dein Mindest-Stundensatz. Mit dem Freelancer-Stundensatz-Rechner machst du das schnell, der Brutto-Stundensatz-Rechner hilft beim Vergleich mit Angestellten.

Schritt 6: Mit dem Markt abgleichen

Vergleiche deinen errechneten Satz mit branchenüblichen Preisen. Liegt er deutlich darunter, lässt du Geld liegen; deutlich darüber brauchst du gute Argumente. Passe ggf. Leistungspaket oder Zielgruppe an, statt den Preis pauschal zu senken.

Tipps

  • Kalkuliere mit einem Puffer für Steuernachzahlungen und auftragsschwache Phasen.
  • Erhöhe den Satz regelmäßig statt jahrelang beim Einstiegspreis zu bleiben.
  • Biete Pakete oder Tagessätze an, wenn Kunden Planungssicherheit schätzen.

Häufige Fragen

Wie viel höher als ein Angestelltengehalt muss mein Satz sein? Deutlich höher, da du Kosten, Steuern, Vorsorge und unbezahlte Zeiten selbst trägst. Eine pauschale Faustzahl ist riskant – rechne mit deinen echten Werten.

Soll ich Netto- oder Bruttopreise nennen? Gegenüber Geschäftskunden sind Nettopreise üblich, die Umsatzsteuer kommt obendrauf. Die korrekte Handhabung klärst du am besten mit einer Steuerberatung.

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