Ein Minijob ist schnell vereinbart – die korrekte Anmeldung ist aber Pflicht und schützt beide Seiten. Als Arbeitgeber meldest du die geringfügige Beschäftigung bei der zuständigen Stelle und führst Pauschalabgaben ab. Diese Anleitung führt dich durch die Anmeldung. Du brauchst die Daten des Beschäftigten und Zugang zum Meldeverfahren. Die Anleitung ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Schritt 1: Minijob-Art und Verdienstgrenze klären
Entscheide, ob es ein Verdienst-Minijob mit monatlicher Entgeltgrenze oder ein kurzfristiger Minijob mit Zeitgrenze ist. Die Verdienstgrenze orientiert sich am Mindestlohn und kann sich ändern. Mit dem Minijob-Stunden-Rechner prüfst du, wie viele Stunden im Rahmen der Grenze möglich sind.
Schritt 2: Unterlagen des Beschäftigten einholen
Sammle Sozialversicherungsnummer, Steuer-Identifikationsnummer, Geburtsdatum und Bankverbindung. Frage außerdem nach weiteren Beschäftigungen, da mehrere Minijobs zusammengerechnet werden können. Diese Angaben brauchst du für die Anmeldung und die spätere Abrechnung.
Schritt 3: Bei der Minijob-Zentrale anmelden
Melde den Minijob bei der zuständigen Minijob-Zentrale über das vorgesehene Meldeverfahren an. Dafür brauchst du in der Regel eine Betriebsnummer. Die Anmeldung sollte vor oder mit Beschäftigungsbeginn erfolgen, nicht erst nach dem ersten Lohn.
Schritt 4: Rentenversicherung und Befreiung klären
Minijobber sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, können sich aber auf Antrag befreien lassen. Bespreche das mit dem Beschäftigten und halte seine Entscheidung schriftlich fest. Sie beeinflusst die abzuführenden Beiträge.
Schritt 5: Pauschalabgaben und Steuern festlegen
Als Arbeitgeber zahlst du pauschale Abgaben zu Renten- und Krankenversicherung sowie Umlagen; die Lohnsteuer kann pauschal abgegolten werden. Die genauen Sätze hängen von der aktuellen Rechtslage ab. Mit dem Stundenlohn-Rechner prüfst du den vereinbarten Lohn.
Schritt 6: Arbeitszeit und Lohn dokumentieren
Im Minijob besteht eine Pflicht, Arbeitszeiten aufzuzeichnen. Führe ein einfaches Stundenprotokoll und dokumentiere Lohnzahlungen. So bleibst du bei Prüfungen auf der sicheren Seite und vermeidest Streit über geleistete Stunden.
Tipps
- Melde den Minijob rechtzeitig an, möglichst vor dem ersten Arbeitstag.
- Prüfe regelmäßig, ob der Verdienst die Grenze überschreitet.
- Führe die Stundenaufzeichnung lückenlos, sie ist gesetzlich vorgeschrieben.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Verdienstgrenze? Sie ist an den Mindestlohn gekoppelt und wird angepasst. Prüfe vor der Anmeldung den aktuell gültigen Wert – die Angaben hier sind nur eine Orientierung.
Was passiert bei Überschreiten der Grenze? Wird die Grenze regelmäßig überschritten, kann aus dem Minijob eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werden. Die Details klärst du mit der Minijob-Zentrale.