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Energie & Umwelt

Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Einfach erklärt

Wärmepumpe einfach erklärt: Funktionsweise, Arten, Stromverbrauch und Jahresarbeitszahl. So heizt die Wärmepumpe effizient – und wann sie sich lohnt.

Aktualisiert: 2026-06-18

Die Wärmepumpe gilt als Schlüsseltechnik für klimafreundliches Heizen. Doch wie kann ein Gerät mit etwas Strom ein ganzes Haus warm halten? Dieser Artikel erklärt das Prinzip verständlich und zeigt, worauf es beim Verbrauch ankommt.

Das Grundprinzip

Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht durch Verbrennung, sondern verschiebt vorhandene Wärme aus der Umwelt ins Haus. Das funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank: Während der Kühlschrank dem Innenraum Wärme entzieht und nach außen abgibt, entzieht die Wärmepumpe der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und gibt sie an das Heizsystem ab.

Der Trick liegt im Kältekreislauf. Ein Kältemittel nimmt die Umweltwärme auf, wird durch einen Verdichter unter Druck gesetzt und dabei heiß genug, um das Heizwasser zu erwärmen. Für den Verdichter braucht es Strom – aber deutlich weniger Energie, als am Ende als Wärme herauskommt.

Warum mehr Wärme als Strom herauskommt

Aus etwa einem Teil Strom werden je nach Bedingungen drei bis vier Teile Wärme. Das ist kein Widerspruch zur Physik, denn der Großteil der Wärme stammt aus der Umwelt und ist kostenlos. Der Strom dient nur dazu, diese Umweltwärme nutzbar zu machen.

Diese Effizienz beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme im Jahresschnitt aus einer Kilowattstunde Strom entstehen. Eine JAZ von 4 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto sparsamer arbeitet die Anlage.

Die wichtigsten Arten

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: nutzt die Außenluft, ist am verbreitetsten und vergleichsweise einfach zu installieren. Bei sehr kalter Luft sinkt die Effizienz.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): entzieht dem Erdreich Wärme über Sonden oder Kollektoren, arbeitet sehr stabil, erfordert aber Bohrungen oder viel Fläche.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: nutzt Grundwasser und ist sehr effizient, hat aber höhere Anforderungen an den Standort.

Stromverbrauch und Kosten

Der Stromverbrauch hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes und der Jahresarbeitszahl ab. Vereinfacht gilt: Wärmebedarf geteilt durch JAZ ergibt den Stromverbrauch. Ein Haus mit 12.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 4 braucht also rund 3.000 kWh Strom im Jahr.

Mit dem Wärmepumpe-Stromkosten-Rechner kannst du Verbrauch und Kosten für deine Werte abschätzen. Zum Vergleich mit anderen Heizarten hilft der Heizkosten-Rechner, und die Auswirkung auf deine gesamte Stromrechnung zeigt der Stromkosten-Rechner.

Worauf es für die Effizienz ankommt

Wärmepumpen arbeiten am sparsamsten, wenn das Heizsystem mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Ideal sind Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen. Auch eine gute Dämmung des Gebäudes senkt den Wärmebedarf und damit den Stromverbrauch. In schlecht gedämmten Altbauten mit klassischen Heizkörpern kann die Effizienz dagegen geringer ausfallen.

Ob sich eine Wärmepumpe für dein Gebäude rechnet, hängt von Dämmung, Heizsystem, Strompreis und möglichen Förderungen ab. Eine fachliche Beratung vor dem Einbau ist sinnvoll.

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter? Ja. Auch kalte Luft enthält noch nutzbare Wärme. Bei sehr niedrigen Temperaturen sinkt jedoch die Effizienz, und der Stromverbrauch steigt.

Was bedeutet die Jahresarbeitszahl? Sie gibt an, wie viel Wärme im Jahresschnitt aus einer Kilowattstunde Strom entsteht. Eine JAZ von 4 heißt: aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau? Das hängt von der Dämmung und dem Heizsystem ab. Mit guter Dämmung und niedrigen Vorlauftemperaturen kann sie auch im Altbau effizient laufen, sonst steigt der Stromverbrauch.

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