Die Kilowattstunde, kurz kWh, ist die wichtigste Einheit auf jeder Strom- und Gasrechnung. Trotzdem ist vielen unklar, was sich genau dahinter verbirgt. Dieser Artikel erklärt die Einheit verständlich und mit Alltagsbeispielen.
Watt, Kilowatt und Kilowattstunde
Zuerst die Begriffe trennen: Watt (W) ist eine Maßeinheit für Leistung, also wie viel Energie ein Gerät in einem Moment verbraucht. Kilowatt (kW) sind einfach 1.000 Watt. Die Kilowattstunde (kWh) dagegen misst Energie über die Zeit.
Die Faustformel lautet: Leistung mal Zeit ergibt Energie. Ein Gerät mit 1.000 Watt (1 kW), das eine Stunde läuft, verbraucht genau 1 Kilowattstunde. Läuft ein 2.000-Watt-Heizlüfter eine Stunde, sind es 2 kWh; läuft eine 100-Watt-Lampe zehn Stunden, ebenfalls 1 kWh.
Vereinfacht: Watt sagt, wie stark gerade gezogen wird. Kilowattstunde sagt, wie viel insgesamt verbraucht wurde.
Wie viel ist eine kWh im Alltag?
Eine Kilowattstunde klingt abstrakt, ist aber überraschend viel Energie. Beispiele, was du grob mit 1 kWh machen kannst:
- rund 7 bis 10 Stunden ein modernes Notebook laden
- etwa 50 bis 70 Stunden eine LED-Lampe betreiben
- eine Maschine Wäsche bei niedriger Temperatur waschen
- rund 15 Minuten mit einem Wasserkocher kochen
Diese Werte sind grobe Schätzungen und hängen vom konkreten Gerät ab.
Verbrauch eines Geräts ausrechnen
Den Jahresverbrauch eines Geräts berechnest du aus Leistung und Nutzungsdauer. Multipliziere die Leistung in Kilowatt mit den Betriebsstunden. Ein Kühlschrank mit durchschnittlich 30 Watt Dauerlast kommt über ein Jahr (8.760 Stunden) auf etwa 263 kWh.
Bequemer geht das mit dem Geräte-Stromkosten-Rechner: Du gibst Wattzahl und Nutzungsdauer ein und erhältst Verbrauch und Kosten. Wenn du nur wissen willst, was eine Kilowattstunde bei deinem Tarif kostet, nutzt du den kWh-Kosten-Rechner.
Vom Verbrauch zu den Kosten
Die Kilowattstunde ist die Brücke zwischen Verbrauch und Geld. Multiplizierst du deinen Jahresverbrauch mit dem Arbeitspreis pro kWh und addierst die Grundgebühr, erhältst du deine Stromkosten. Genau das macht der Stromkosten-Rechner.
Zur Einordnung typischer Verbräuche pro Jahr: ein Single-Haushalt liegt grob bei 1.500 kWh, ein Vier-Personen-Haushalt bei rund 4.000 kWh. Mit Wärmepumpe oder E-Auto steigt der Bedarf deutlich.
kWh bei Gas und Wärme
Auch Gas wird heute meist in Kilowattstunden abgerechnet, obwohl du Kubikmeter verbrauchst. Über einen Umrechnungsfaktor (Brennwert und Zustandszahl) werden die Kubikmeter in kWh umgerechnet. So lassen sich Strom, Gas und andere Energieträger über dieselbe Einheit vergleichen – praktisch, wenn du etwa Heizarten gegenüberstellst.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen kW und kWh? Kilowatt (kW) ist die momentane Leistung, Kilowattstunde (kWh) die über die Zeit verbrauchte Energie. 1 kW über 1 Stunde ergibt 1 kWh.
Wie viele Wattstunden sind eine Kilowattstunde? Eine Kilowattstunde entspricht 1.000 Wattstunden. Ein 100-Watt-Gerät verbraucht in 10 Stunden also 1 kWh.
Wie rechne ich Watt in kWh um? Teile die Wattzahl durch 1.000, um Kilowatt zu erhalten, und multipliziere mit den Betriebsstunden. Beispiel: 500 W über 4 Stunden sind 0,5 kW × 4 h = 2 kWh.