Eine Wohnung selbst zu streichen spart das Geld für den Maler und gelingt mit Vorbereitung auch ohne Übung. Leg dir vorher zurecht: Farbrolle (Lammfell, mittlerer Flor), Heizkörperrolle für enge Stellen, einen Flachpinsel zum Schneiden, Malerkrepp, Abdeckfolie, Teleskopstange, Abstreifgitter, Spachtel und die Wandfarbe. Plane für ein durchschnittliches Zimmer (12-15 m² Boden) rund einen halben Tag plus Trockenzeit ein.
Schritt 1: Raum ausräumen und vorbereiten
Trage bewegliche Teile aus dem Raum oder schiebe sie in die Mitte und decke sie mit Folie ab. Schraube Steckdosenblenden und Lichtschalterabdeckungen ab, nimm Bilder und Gardinenstangen von der Wand. Schalte vorher die Sicherung der betroffenen Steckdosen aus. Sorge für 15 bis 20 Grad Raumtemperatur – unter 5 Grad härtet Dispersionsfarbe nicht richtig aus.
Schritt 2: Abkleben und abdecken
Klebe Fußleisten, Fensterrahmen, Türzargen und die Kante zur Decke mit Malerkrepp ab. Drücke das Band mit dem Spachtelrücken an der Kante fest an, sonst läuft Farbe darunter. Lege den Boden lückenlos mit Folie oder Malervlies aus und fixiere es am Rand mit Kreppstreifen. Tipp: Krepp nicht länger als ein bis zwei Tage kleben lassen, sonst reißt beim Abziehen Farbe oder Putz mit.
Schritt 3: Untergrund prüfen und grundieren
Wisch die Wand mit einem Besen oder trockenen Tuch von Staub und Spinnweben ab. Spachtele Löcher und Risse, lass die Stelle trocknen und schleife sie mit Körnung 120 glatt. Mach den Wischtest: Reibst du mit der Hand über die Wand und es kreidet ab, brauchst du Tiefengrund. Auch stark saugende (frischer Putz, Gipskarton), sehr glatte oder fleckige Wände vorher grundieren – sonst deckt die Farbe ungleichmäßig.
Schritt 4: Farbe und Menge bestimmen
Rechne den Bedarf vorher aus, damit du nicht mitten im Anstrich nachkaufen musst. Faustregel: Eine Dispersionsfarbe deckt etwa 6-8 m² pro Liter und Anstrich – für 40 m² Wandfläche und zwei Anstriche also rund 10-13 Liter. Den genauen Wert aus der (um Türen und Fenster bereinigten) Wandfläche, der Ergiebigkeit und der Anzahl der Anstriche liefert der Wandfarbe-Rechner, den Rauminhalt der Raumvolumen-Rechner. Streichst du frei werdende Tapetenflächen, hilft der Tapeten-Rechner.
Schritt 5: Wand streichen
Schneide zuerst die Ecken, Kanten und den Streifen entlang von Decke und Leisten mit dem Pinsel vor (ca. 5 cm breit). Tauch die Rolle ein, streif sie am Gitter ab und rolle dann die Fläche nass in nass: erst in W- oder M-Form auftragen, dann ohne Nachladen senkrecht gleichmäßig ausrollen. Arbeite in Bahnen von etwa 1 m Breite und immer zur noch feuchten Kante hin, damit keine Ansätze sichtbar werden. Streiche zum Licht hin (vom Fenster weg), so siehst du Fehlstellen.
Schritt 6: Trocknen lassen und abräumen
Zieh das Malerkrepp ab, solange die Farbe noch leicht feucht ist, und zwar flach im 45-Grad-Winkel – so reißt der Rand nicht aus. Lass die erste Schicht 4 bis 6 Stunden trocknen und trage bei Bedarf den zweiten Anstrich auf. Danach Folien entfernen, Steckdosenblenden wieder anschrauben (Sicherung erst danach einschalten) und gut durchlüften. Vollständig durchgehärtet und voll belastbar ist die Farbe meist nach etwa zwei bis drei Tagen.
Tipps
- Kaufe die Farbe in einer Charge mit gleicher Produktionsnummer, sonst weicht der Farbton minimal ab.
- Zwei dünne Schichten decken gleichmäßiger als eine dicke und neigen weniger zu Nasen und Tropfen.
- Wickel Rolle und Pinsel in der Mittagspause in einen Gefrierbeutel oder Frischhaltefolie, dann trocknen sie nicht an und du sparst dir das Auswaschen.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich streichen? Bei ähnlichem oder hellem Farbton reicht oft ein Anstrich. Bei kräftigen Farben (besonders Rot, Gelb, Blau) oder dunklem Untergrund sind meist zwei, manchmal drei Anstriche nötig.
Wie lange muss Farbe trocknen? Die meisten Dispersionsfarben sind nach 4 bis 6 Stunden überstreichbar; der genaue Wert steht auf dem Eimer. Bei hoher Luftfeuchte oder kühlem Raum dauert es länger.
Brauche ich eine Grundierung? Nicht immer. Auf sauberem, normal saugendem Altputz kannst du direkt streichen. Bei kreidenden, stark saugenden, fleckigen oder frisch verputzten Wänden trägst du vorher Tiefengrund auf.