Eine Mieterhöhung ist nicht automatisch wirksam – sie muss bestimmte Formen und Grenzen einhalten. Du brauchst dein Mieterhöhungsschreiben, den Mietvertrag und idealerweise den örtlichen Mietspiegel. Diese Anleitung zeigt, wie du die Erhöhung Schritt für Schritt prüfst. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.
Schritt 1: Form und Frist des Schreibens prüfen
Die Mieterhöhung muss in Textform erfolgen, an alle Mieter gerichtet und nachvollziehbar begründet sein. Prüfe, ob das Schreiben den geforderten Betrag, den Zeitpunkt und eine Begründung enthält.
Schritt 2: Begründung und Vergleichsmiete kontrollieren
Bei einer Erhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete muss der Vermieter dies belegen – etwa über den Mietspiegel, ein Gutachten oder Vergleichswohnungen. Vergleiche deine geforderte Miete mit dem Mietspiegel deiner Stadt.
Schritt 3: Kappungsgrenze und Sperrfrist prüfen
Innerhalb von drei Jahren darf die Miete nur begrenzt steigen (Kappungsgrenze, oft 20 Prozent, in angespannten Märkten 15 Prozent). Zudem muss seit der letzten Erhöhung in der Regel eine Sperrfrist eingehalten sein.
Schritt 4: Neue Miete nachrechnen
Rechne aus, wie hoch die neue Miete absolut und prozentual wäre. Mit dem Mieterhöhung-Rechner prüfst du die Steigerung; den Quadratmeterpreis zum Mietspiegel-Vergleich liefert der Quadratmeterpreis-Rechner.
Schritt 5: Zustimmen oder widersprechen
Du hast eine Überlegungsfrist und musst der Erhöhung aktiv zustimmen, damit sie wirksam wird. Hältst du sie für unberechtigt oder zu hoch, kannst du teilweise oder ganz die Zustimmung verweigern.
Schritt 6: Fristen einhalten und dokumentieren
Reagiere schriftlich und fristgerecht und behalte eine Kopie. Bewahre das Schreiben und deine Antwort auf. Bei Unsicherheit holst du dir Rat beim Mieterverein oder einem Fachanwalt für Mietrecht.
Tipps
- Prüfe immer, ob ein gültiger Mietspiegel für deine Stadt existiert.
- Eine Erhöhung wegen Modernisierung folgt eigenen Regeln – nicht mit der Vergleichsmiete verwechseln.
- Lass dich bei größeren Beträgen vor der Zustimmung beraten.
- Notiere das Zugangsdatum des Schreibens, denn davon hängen deine Überlegungs- und Reaktionsfristen ab.
- Vergleiche die geforderte Quadratmetermiete konkret mit ähnlichen Wohnungen in Lage, Größe und Ausstattung.
Häufige Fragen
Muss ich einer Mieterhöhung zustimmen? Bei der Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete ja, wenn sie berechtigt ist – sonst kannst du die Zustimmung verweigern.
Was ist die Kappungsgrenze? Sie begrenzt, wie stark die Miete innerhalb von drei Jahren steigen darf, meist auf 20, in angespannten Lagen 15 Prozent.
Wie oft darf erhöht werden? Frühestens nach einer gesetzlichen Sperrfrist seit der letzten Erhöhung; die Details regelt das Mietrecht.