Zum Inhalt springen
AllesWiki

Energie & Umwelt · Anleitung

Photovoltaikanlage planen in 7 Schritten

Photovoltaikanlage planen: Dach prüfen, Anlagengröße bestimmen, Ertrag und Wirtschaftlichkeit berechnen, Angebote vergleichen und anmelden – Anleitung.

Aktualisiert: 2026-06-18

In 7 Schritten

  1. 1 Dach und Standort prüfen
  2. 2 Stromverbrauch und Ziel festlegen
  3. 3 Anlagengröße bestimmen
  4. 4 Ertrag und Wirtschaftlichkeit berechnen
  5. 5 Speicher und Eigenverbrauch planen
  6. 6 Angebote einholen und vergleichen
  7. 7 Anmelden und in Betrieb nehmen

Eine eigene Photovoltaikanlage senkt langfristig die Stromkosten und macht unabhängiger von Preissteigerungen. Damit sich die Investition lohnt, sollte die Anlage zu Dach, Verbrauch und Budget passen. Du brauchst die nutzbare Dachfläche in m², die Ausrichtung und deinen Jahresstromverbrauch aus der letzten Stromrechnung. Diese Anleitung führt von der Dachprüfung bis zur Inbetriebnahme mit konkreten Orientierungswerten. Sie ersetzt keine Fachplanung und keine Steuerberatung; die genannten Werte sind Schätzungen für Deutschland (Stand 2026), gesetzliche Regeln können sich ändern.

Schritt 1: Dach und Standort prüfen

Prüfe Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Dachzustand. Optimal sind Süddächer mit 30–35° Neigung; Ost-West-Dächer liefern grob 10–20 % weniger Ertrag, verteilen ihn aber über den Tag (Schätzung). Schatten von Schornstein, Gaube oder Nachbarbaum kann ganze Strings ausbremsen – Optimierer oder Modulwechselrichter helfen dort. Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, mach sie vorher. Miss die zusammenhängende, hindernisfreie Fläche aus und notiere sie in m².

Schritt 2: Stromverbrauch und Ziel festlegen

Lege das Ziel fest: Stromkosten senken (hoher Eigenverbrauch) oder Fläche voll ausnutzen und Überschuss einspeisen. Nimm den Jahresverbrauch in kWh aus der Stromrechnung. Grobe Orientierung: ein 2-Personen-Haushalt verbraucht ca. 2.500–3.000 kWh, ein 4-Personen-Haushalt ca. 4.000–5.000 kWh pro Jahr; mit Wärmepumpe oder E-Auto kommen schnell 3.000–6.000 kWh dazu (Schätzung). Steht erst wenig Fläche zur Verfügung, ist ein Balkonkraftwerk ein günstiger Einstieg.

Schritt 3: Anlagengröße bestimmen

Rechne mit diesen Faustregeln (Schätzung):

  • Fläche: Moderne Module brauchen rund 5 m² pro 1 kWp. Ein 50-m²-Dachteil trägt also etwa 8–10 kWp.
  • Verbrauch: Etwa 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch ist ein guter Startwert für viel Eigenverbrauch. Bei 4.500 kWh also rund 4–5 kWp; wer das Dach voll belegen und einspeisen will, geht höher.
  • Ertrag: In Deutschland liefert 1 kWp grob 900–1.050 kWh pro Jahr (Süddeutschland eher mehr, Norden weniger). Eine 8-kWp-Anlage erzeugt also ca. 7.000–8.000 kWh.

Diese Werte sind nur für den ersten Überblick; die genaue Auslegung übernimmt der Fachbetrieb anhand deines Dachs.

Schritt 4: Ertrag und Wirtschaftlichkeit berechnen

Schätze den Jahresertrag mit dem PV-Ertrag-Rechner. Den Wert des selbst genutzten Stroms (eingesparte ca. 0,30–0,40 €/kWh) ermittelst du mit dem PV-Eigenverbrauch-Ersparnis-Rechner, die Erlöse aus dem Überschuss (Einspeisevergütung, je nach Anlagengröße deutlich niedriger als der Strompreis) mit dem PV-Einspeisevergütung-Rechner. Als grobe Hausnummer amortisieren sich Anlagen mit hohem Eigenverbrauch oft in 10–14 Jahren bei 20–25 Jahren Lebensdauer (Schätzung).

Schritt 5: Speicher und Eigenverbrauch planen

Ohne Speicher nutzt ein Haushalt typisch 25–35 % des Solarstroms selbst, mit Speicher steigt das auf 50–70 % (Schätzung). Als Faustwert für die Speichergröße gilt etwa 1 kWh nutzbare Kapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch oder pro 1 kWp Anlagenleistung. Gesteuerte Verbraucher wie Wärmepumpe, Warmwasser-Heizstab oder E-Auto-Wallbox erhöhen den Eigenverbrauch oft günstiger als ein großer Speicher. Rechne durch, ob die Mehrkosten des Speichers über die ersparte Strommenge wieder hereinkommen.

Schritt 6: Angebote einholen und vergleichen

Hole mindestens drei Angebote von Fachbetrieben ein und vergleiche bei gleicher kWp-Leistung: Modulhersteller und Wirkungsgrad, Wechselrichter, Speicherkapazität, Garantien (Module oft 25 Jahre Leistungsgarantie, Wechselrichter 10–12 Jahre) sowie den Preis pro kWp – im Eigenheim liegt der oft bei 1.200–1.800 €/kWp ohne Speicher (Schätzung). Achte auf klare Aussagen zu Montage, Gerüst, Inbetriebnahme und Wartung.

Schritt 7: Anmelden und in Betrieb nehmen

Die Anlage muss vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet und innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister (marktstammdatenregister.de) registriert werden; beides übernimmt häufig der Installationsbetrieb. Der Netzbetreiber tauscht bei Bedarf den Zähler gegen einen Zweirichtungszähler. Kläre vorab die aktuellen Vorgaben, da sich Regeln und Vergütungssätze ändern können.

Tipps

  • Plane das Dach lieber etwas größer aus, wenn Fläche und Budget es zulassen – nachrüsten kostet erneut Gerüst und Anfahrt.
  • Ein hoher Eigenverbrauch verbessert die Wirtschaftlichkeit meist stärker als reine Einspeisung, weil du ca. 0,30–0,40 €/kWh sparst, aber nur einen Bruchteil davon für eingespeisten Strom bekommst.
  • Vergleiche Garantien auf Module, Wechselrichter und Speicher genau – nicht nur Produkt-, sondern auch Leistungsgarantie.

Häufige Fragen

Wie groß sollte die Anlage sein? Als Startwert etwa 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch und rund 5 m² Dachfläche pro kWp (Schätzung). Bei 4.500 kWh Verbrauch sind das grob 4–5 kWp; wer das Dach voll belegt, geht höher. Die genaue Auslegung macht der Fachbetrieb.

Lohnt sich PV ohne Speicher? Oft ja, wenn du tagsüber viel Strom selbst verbrauchst – der Eigenverbrauch liegt dann ohne Speicher bei rund 25–35 %. Ein Speicher hebt ihn auf 50–70 %, kostet aber zusätzlich und muss sich über die Ersparnis rechnen.

Muss ich die Anlage anmelden? Ja, Anmeldung beim Netzbetreiber und Registrierung im Marktstammdatenregister sind Pflicht, die Eintragung muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen. Die Details regelt meist der Installateur.

Passende Rechner

Direkt ausrechnen statt nur nachlesen:

Mehr aus Energie & Umwelt