Auf jeder Powerbank, jedem Handy-Akku und jedem Laptop-Akku stehen Zahlen wie „5000 mAh” oder „74 Wh”. Sie sagen etwas über die Kapazität aus – aber was genau? Und warum lassen sich zwei Akkus mit unterschiedlichen Einheiten nicht direkt vergleichen?
Was bedeutet mAh?
Die Einheit mAh steht für Milliamperestunden und beschreibt die Ladungsmenge. Ein Akku mit 2.000 mAh kann theoretisch eine Stunde lang 2.000 Milliampere (2 Ampere) liefern – oder zwei Stunden lang 1.000 mA. Je höher der Wert, desto mehr Ladung steckt im Akku.
Der Haken: mAh allein sagt wenig über die gespeicherte Energie aus, solange man die Spannung nicht kennt. Genau deshalb ist der Vergleich zweier Powerbanks allein über die mAh-Angabe oft irreführend.
Was bedeutet Wh?
Die Einheit Wh (Wattstunden) misst die tatsächlich gespeicherte Energie. Sie berücksichtigt zusätzlich die Spannung des Akkus. Die Formel lautet:
Wh = (mAh × Spannung in Volt) / 1.000
Eine Powerbank mit 10.000 mAh und einer Zellspannung von 3,7 V speichert also 10.000 × 3,7 / 1.000 = 37 Wh. Diese Energieangabe ist der fairste Vergleichswert zwischen Akkus, weil sie unabhängig von der Spannung ist. Der mAh-zu-Wh-Rechner nimmt dir die Umrechnung ab.
Warum 5000 mAh nicht gleich 5000 mAh sind
Powerbanks werben oft mit der mAh-Zahl der Zellen, die typischerweise bei 3,7 V liegen. Beim Aufladen über USB wird die Spannung jedoch auf 5 V hochgewandelt – dabei geht Energie verloren. Deshalb kannst du mit einer „10.000-mAh-Powerbank” ein „3.000-mAh-Handy” in der Praxis nicht dreimal voll laden, sondern eher zwei- bis zweieinhalbmal. Die Wh-Angabe hilft, solche Erwartungen realistisch einzuschätzen.
Laufzeit und Ladezeit abschätzen
Aus der Kapazität und dem Verbrauch eines Geräts lässt sich grob abschätzen, wie lange ein Akku hält. Teilt man die Kapazität durch die Stromaufnahme, ergibt sich die theoretische Laufzeit. In der Praxis liegt sie wegen Verlusten etwas darunter. Der Akku-Laufzeit-Rechner macht diese Schätzung einfach.
Umgekehrt hängt die Ladezeit von Kapazität und Ladestrom ab. Ein größerer Akku mit kleinem Ladegerät braucht entsprechend länger. Mit dem Akku-Ladezeit-Rechner bekommst du einen Richtwert.
Praktische Hinweise
Alle diese Werte sind Schätzungen. Reale Akkus verlieren über die Jahre an Kapazität, Kälte senkt die nutzbare Energie, und Wandlungsverluste reduzieren das, was am Ende beim Gerät ankommt. Plane bei der Auswahl einer Powerbank deshalb lieber etwas Reserve ein. Achte beim Fliegen außerdem auf die Wh-Grenze im Handgepäck – Fluggesellschaften geben die Kapazität in Wattstunden an.
Häufige Fragen
Ist ein Akku mit mehr mAh immer besser? Nicht zwangsläufig. Entscheidend für die gespeicherte Energie ist die Wh-Angabe, die auch die Spannung berücksichtigt. Zwei Akkus mit gleicher mAh-Zahl, aber unterschiedlicher Spannung speichern verschieden viel Energie.
Wie rechne ich mAh in Wh um? Multipliziere die mAh mit der Spannung in Volt und teile durch 1.000. So erhältst du die Wattstunden.
Warum lädt meine Powerbank mein Handy nicht so oft wie erwartet? Durch die Spannungswandlung von 3,7 V auf 5 V und allgemeine Verluste steht weniger nutzbare Energie zur Verfügung, als die mAh-Zahl vermuten lässt. Ein Wirkungsgrad von etwa 60 bis 80 Prozent ist üblich.