Zum Inhalt springen
AllesWiki

Familie & Kinder

Elterngeld einfach erklärt

Was ist Elterngeld, wer hat Anspruch und wie hoch fällt es aus? Verständlich erklärt mit Bezugsdauer, Berechnung und Tipps – plus passendem Rechner.

Aktualisiert: 2026-06-18

Nach der Geburt eines Kindes fällt für viele Eltern ein Teil des Einkommens weg, weil sie weniger oder gar nicht arbeiten. Das Elterngeld soll diesen Einkommensverlust teilweise ausgleichen und Eltern die Zeit mit ihrem Kind ermöglichen. Hier erfährst du, wie es grundsätzlich funktioniert.

Was ist Elterngeld?

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung für Mütter und Väter, die sich nach der Geburt um ihr Kind kümmern und deshalb ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder reduzieren. Es ersetzt einen Teil des wegfallenden Nettoeinkommens und soll die finanzielle Belastung in der ersten Lebensphase des Kindes abfedern.

Anspruch haben grundsätzlich Eltern, die mit ihrem Kind in einem Haushalt leben, es selbst betreuen und nicht oder nur in begrenztem Umfang (in der Regel bis 32 Wochenstunden) arbeiten. Auch das zu versteuernde Jahreseinkommen spielt eine Rolle: Liegt es über einer bestimmten Grenze, entfällt der Anspruch.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Das sogenannte Basiselterngeld beträgt grob 65 bis 67 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens vor der Geburt. Es gibt jedoch einen Mindest- und einen Höchstbetrag, sodass auch Menschen ohne vorheriges Einkommen einen Sockelbetrag erhalten und Spitzenverdiener gedeckelt werden.

Wichtig: Je niedriger das frühere Einkommen war, desto höher fällt der Prozentsatz aus – Geringverdiener erhalten anteilig mehr. Wie viel in deinem Fall ungefähr herauskommt, kannst du grob mit dem Elterngeld-Rechner abschätzen. Die genaue Berechnung nimmt am Ende immer die zuständige Elterngeldstelle vor.

Basiselterngeld und ElterngeldPlus

Es gibt zwei Varianten, die sich kombinieren lassen:

  • Basiselterngeld wird für einen kürzeren Zeitraum gezahlt, dafür in voller Höhe.
  • ElterngeldPlus verteilt die Zahlung auf einen längeren Zeitraum, pro Monat dafür meist halb so hoch. Es eignet sich besonders, wenn du früh wieder in Teilzeit einsteigen möchtest.

Welche Mischung sich lohnt, hängt von deiner Lebenssituation ab. Mit dem ElterngeldPlus-Rechner kannst du die Modelle gegenüberstellen.

Bezugsdauer und Partnermonate

Insgesamt können Eltern Basiselterngeld für mehrere Monate beziehen. Nehmen beide Elternteile einen Teil der Zeit, gibt es zusätzliche Partnermonate – ein Anreiz, sich die Betreuung zu teilen. Alleinerziehende können den gesamten Zeitraum allein ausschöpfen.

Auch der sogenannte Partnerschaftsbonus belohnt es, wenn beide Eltern gleichzeitig in Teilzeit arbeiten. Die genauen Monatszahlen und Regeln ändern sich gelegentlich, weshalb du dich vor der Antragstellung bei deiner Elterngeldstelle über den aktuellen Stand informieren solltest.

Praktische Hinweise zum Antrag

  • Den Antrag stellst du nach der Geburt bei der Elterngeldstelle deines Bundeslandes.
  • Elterngeld wird rückwirkend nur für wenige Monate gezahlt – stelle den Antrag also zügig.
  • Während des Mutterschutzes gezahltes Mutterschaftsgeld wird in der Regel auf das Elterngeld angerechnet. Den Mutterschaftsanteil kannst du mit dem Mutterschaftsgeld-Rechner grob einschätzen.
  • Halte Einkommensnachweise, Geburtsurkunde und Bescheinigungen der Krankenkasse bereit.

Haeufige Fragen

Muss ich Elterngeld versteuern? Elterngeld selbst ist steuerfrei, unterliegt aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es kann den Steuersatz auf dein übriges Einkommen erhöhen. Eine genaue Auskunft gibt dein Finanzamt oder Steuerberater.

Bekomme ich Elterngeld auch ohne vorheriges Einkommen? Ja. Auch wenn du vor der Geburt nicht erwerbstätig warst, erhältst du den gesetzlichen Mindestbetrag, solange die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Kann ich während des Elterngeldbezugs arbeiten? In begrenztem Umfang ja. Arbeitest du in Teilzeit, wird das Einkommen angerechnet und das Elterngeld entsprechend reduziert. ElterngeldPlus ist hier oft die bessere Wahl.

Die genannten Werte sind allgemeine Orientierungen und ersetzen keine individuelle Beratung durch die zuständige Stelle.

Passende Rechner

Direkt ausrechnen statt nur nachlesen:

Mehr aus Familie & Kinder