Elternzeit ist die unbezahlte Freistellung von der Arbeit zur Betreuung des eigenen Kindes. Sie muss rechtzeitig und schriftlich beim Arbeitgeber angemeldet werden. Diese Anleitung erklärt, wie du Fristen einhältst, die Zeit zwischen beiden Elternteilen aufteilst und deinen Kündigungsschutz sicherst. Du brauchst dafür nur ein formelles Schreiben und einen Überblick über deine Wunschzeiten. Verbindlich sind die gesetzlichen Vorgaben; dies ersetzt keine Rechtsberatung.
Schritt 1: Zeitraum und Aufteilung planen
Überlegt zuerst, wer wann in Elternzeit geht und wie lange. Elternzeit lässt sich in mehrere Abschnitte aufteilen und teilweise auf einen späteren Zeitraum übertragen. Wie ihr die Monate sinnvoll verteilt – auch mit Blick auf das Elterngeld – plant ihr mit dem Elternzeit-Aufteilung-Rechner.
Schritt 2: Frist berechnen
Elternzeit für die Zeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes muss in der Regel spätestens sieben Wochen vor Beginn schriftlich angemeldet werden. Für spätere Abschnitte gilt häufig eine längere Frist. Rechne rückwärts vom gewünschten Startdatum und plane einen Puffer ein, damit das Schreiben sicher rechtzeitig ankommt.
Schritt 3: Anmeldung schriftlich verfassen
Die Elternzeit wird nicht “beantragt”, sondern verbindlich angemeldet. Das Schreiben muss klar angeben, ab wann und für welche Zeiträume du Elternzeit nimmst. Bei der ersten Anmeldung musst du dich für die ersten zwei Jahre festlegen, welche Zeiträume du nimmst. Eine formlose E-Mail reicht oft nicht – meist ist die Schriftform mit Unterschrift erforderlich.
Schritt 4: Anmeldung beim Arbeitgeber einreichen
Übergib das unterschriebene Schreiben deinem Arbeitgeber und lass dir den Eingang bestätigen, etwa per Empfangsbestätigung oder Einschreiben. So kannst du im Zweifel nachweisen, dass du die Frist eingehalten hast.
Schritt 5: Bestätigung und Kündigungsschutz sichern
Ab der Anmeldung der Elternzeit – frühestens jedoch acht Wochen vor Beginn – greift ein besonderer Kündigungsschutz. Bewahre die Bestätigung des Arbeitgebers auf. Planst du, während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten, kann sich ElterngeldPlus lohnen; einen Eindruck gibt der ElterngeldPlus-Rechner.
Tipps
- Melde die Elternzeit lieber etwas früher als zu knapp an.
- Stimme die Anmeldung mit dem Elterngeld-Antrag ab, damit beides zusammenpasst.
- Möchtest du in Teilzeit arbeiten, sprich das früh mit dem Arbeitgeber durch.
Häufige Fragen
Kann der Arbeitgeber die Elternzeit ablehnen? Die Elternzeit selbst kann der Arbeitgeber bei fristgerechter Anmeldung nicht ablehnen. Über eine gewünschte Teilzeit während der Elternzeit kann er unter bestimmten Voraussetzungen mitentscheiden.
Wie viel Geld bekomme ich in der Elternzeit? Während der Elternzeit zahlt der Arbeitgeber kein Gehalt. Stattdessen kannst du Elterngeld beziehen – eine Schätzung liefert der Elterngeld-Rechner.
Kann ich Elternzeit später nehmen? Ein Teil der Elternzeit lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen auf einen späteren Zeitraum übertragen. Die Details regelt das Gesetz.