Der richtige Reifendruck spart Sprit, verlängert die Lebensdauer der Reifen und ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Zu wenig Luft erhöht den Verbrauch und den Verschleiß, zu viel verschlechtert den Grip. Das Prüfen dauert nur wenige Minuten und gelingt an fast jeder Tankstelle. Du brauchst nur das Auto und das Luftdruck-Messgerät vor Ort.
Schritt 1: Sollwert für den Reifendruck finden
Den vorgeschriebenen Druck findest du auf einem Aufkleber im Türrahmen der Fahrertür, im Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung. Oft gibt es zwei Werte: für normale Beladung und für volle Beladung. Notiere dir den passenden Wert in bar.
Schritt 2: Reifen im kalten Zustand prüfen
Miss den Druck möglichst bei kalten Reifen, also vor längeren Fahrten. Warme Reifen zeigen einen höheren Druck an, weil sich die Luft beim Fahren erwärmt. Eine kurze Fahrt zur nahen Tankstelle ist in Ordnung, lange Strecken verfälschen die Messung.
Schritt 3: Ventilkappen abschrauben und messen
Schraube die Ventilkappe ab und setze das Messgerät fest auf das Ventil, bis kein Zischen mehr zu hören ist. Lies den angezeigten Wert ab und vergleiche ihn mit dem Sollwert. Prüfe alle vier Reifen sowie das Ersatzrad.
Schritt 4: Luftdruck anpassen
Liegt der Druck zu niedrig, pumpst du Luft nach; ist er zu hoch, lässt du etwas ab (meist über einen Knopf am Gerät). Stelle alle Reifen auf den vorgesehenen Wert ein. Ein korrekter Druck wirkt sich auch positiv auf den Verbrauch aus – das kannst du anschließend mit dem Durchschnittsverbrauch-Rechner beobachten.
Schritt 5: Bei Beladung erhöhen
Bei voller Beladung oder langer Autobahnfahrt mit hohem Tempo solltest du den höheren Wert vom Aufkleber wählen. Das verbessert die Stabilität und schützt die Reifen vor Überhitzung.
Schritt 6: Ventilkappen aufsetzen und kontrollieren
Schraube die Ventilkappen wieder fest auf – sie schützen das Ventil vor Schmutz. Prüfe abschließend das Profil und den Reifenzustand auf Risse oder Beulen. Ob deine Reifengröße zur Felge passt, klärt der Reifengröße- & Abrollumfang-Rechner.
Tipps
- Prüfe den Reifendruck etwa alle zwei bis vier Wochen und vor jeder längeren Fahrt.
- Ein leicht erhöhter Druck (etwa 0,2 bar über Sollwert) senkt den Rollwiderstand – beachte aber die Herstellergrenzen.
- Reagiert die Reifendruckkontrollleuchte (RDKS), zeitnah prüfen – oft steckt ein langsamer Plattfuß dahinter.
Häufige Fragen
Warum bei kalten Reifen messen? Weil sich die Luft beim Fahren erwärmt und ausdehnt. Bei warmen Reifen zeigt das Gerät einen zu hohen Wert, und du würdest zu wenig Luft einstellen.
Was passiert bei zu niedrigem Druck? Der Rollwiderstand steigt, der Verbrauch nimmt zu, die Reifen verschleißen schneller und können sich überhitzen – im Extremfall droht ein Reifenschaden.
Wie oft sollte ich den Druck prüfen? Etwa alle zwei bis vier Wochen sowie vor langen Fahrten und bei großen Temperaturwechseln.