Der saisonale Reifenwechsel lässt sich mit etwas Werkzeug gut in der eigenen Einfahrt erledigen. Du brauchst einen Wagenheber, einen Radkreuz- oder Steckschlüssel, einen Drehmomentschlüssel und idealerweise Unterstellböcke. Diese Anleitung beschreibt das Vorgehen für gängige Pkw – beachte zusätzlich immer die Angaben in deiner Betriebsanleitung.
Schritt 1: Werkzeug und sicheren Stand vorbereiten
Stelle das Auto auf festen, ebenen Untergrund, ziehe die Handbremse fest an und lege den ersten Gang oder die Parkstellung ein. Sichere das gegenüberliegende Rad zusätzlich mit einem Keil. Lege alle Reifen, Werkzeug und Handschuhe bereit.
Schritt 2: Radmuttern lösen
Löse die Radmuttern oder -schrauben eine Vierteldrehung, solange das Rad noch am Boden steht. So kannst du den nötigen Kraftaufwand aufbringen, ohne dass das Rad durchdreht.
Schritt 3: Auto mit Wagenheber anheben
Setze den Wagenheber nur an den dafür vorgesehenen Aufnahmepunkten am Schweller an (meist mit einer Kerbe markiert). Hebe das Auto so weit an, dass das Rad frei in der Luft hängt. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich zusätzlich ein Unterstellbock.
Schritt 4: Altes Rad abnehmen
Drehe die gelösten Muttern vollständig heraus und nimm das Rad gerade von der Nabe ab. Stelle es flach unter das Auto – als zusätzliche Sicherung, falls der Wagenheber nachgeben sollte.
Schritt 5: Neues Rad aufsetzen
Setze das neue Rad auf die Nabe und richte die Löcher passend aus. Drehe die Radmuttern zunächst von Hand handfest an, damit das Rad zentriert sitzt. Achte beim Saisonwechsel auf die Laufrichtung bei richtungsgebundenen Reifen.
Schritt 6: Radmuttern über Kreuz anziehen
Senke das Auto so weit ab, dass das Rad wieder Bodenkontakt hat. Ziehe die Muttern jetzt über Kreuz (nicht im Kreis) gleichmäßig an, damit das Rad plan anliegt.
Schritt 7: Drehmoment kontrollieren
Lass das Auto vollständig ab und ziehe alle Muttern mit dem Drehmomentschlüssel auf den vom Hersteller vorgeschriebenen Wert an (oft im Bereich 110–130 Nm, genauer Wert laut Handbuch). Prüfe Reifendruck und Profiltiefe. Ob deine neuen Reifen zur Felge passen, kannst du mit dem Reifengröße- & Abrollumfang-Rechner gegenprüfen.
Tipps
- Ziehe die Radmuttern nach etwa 50 gefahrenen Kilometern noch einmal nach.
- Markiere die Reifen beim Abnehmen (z. B. „VL“ für vorne links), damit du sie im Halbjahresrhythmus tauschen kannst.
- Reifen mit weniger als 4 mm Profil bei Winterreifen bzw. 3 mm bei Sommerreifen solltest du ersetzen (gesetzliches Minimum liegt bei 1,6 mm).
Häufige Fragen
Wie fest müssen die Radmuttern angezogen werden? Maßgeblich ist das Drehmoment im Herstellerhandbuch. Zu fest beschädigt das Gewinde, zu locker ist gefährlich – daher immer einen Drehmomentschlüssel verwenden.
Brauche ich Unterstellböcke? Für den reinen Radwechsel arbeiten viele nur mit Wagenheber. Sicherer ist es, das Fahrzeug zusätzlich abzustützen oder das abgenommene Rad unterzulegen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Wechseln? Als Faustregel gilt „von O bis O“ (Ostern bis Oktober) für Sommerreifen. Entscheidend sind aber die tatsächlichen Temperaturen.